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Bauteiltemperierungssysteme

Der Substanzschutz von Bau und Ausstattung spielt bei Baudenkmälern, insbesondere bei zeitweise genutzter historischer Bausubstanz (Museen, Kirchen, Schlösser) gegenüber einem behaglichen Raumklima die dominierende Rolle. Als Alternative zu gängigen Sanierungsverfahren kann durch Einsatz von Wärmeenergie eine langfristige Behebung von Bauschäden (z. B. Austrocknung stark durchfeuchteter Bauteile) erreicht werden. Mit einer Temperierung von Bauteilen durch Zufuhr von Wärme im Sockelbereich von Außenwänden und tauwassergefährdeter Abschnitte können durchfeuchtete Mauerwerksbereiche ausgetrocknet werden.

 

Die Temperierung führt zur Veränderung der hygrischen Verhältnisse im Bauteil. Zunehmende Austrocknung verändert die physikalischen Eigenschaften der Wandbaustoffe (Dichte, Diffusionsfähigkeit, Wärmeleitfähigkeit, Absorptionsvermögen, Feuchtetransport) und reduziert die Wärmeverluste temperierter Bauteile.

 

Die Bauteiltemperierung wird als warmwasserführendes Rohrsystem im Sockelbereich der raumseitigen Umschließungsflächen ausgeführt und stellt eine Minimalvariante eines Wandheizsystems dar. Der bauphysikalisch bedingte Energieeinsatz zum Schutz der Bausubstanz führt bei Einsatz von Umweltenergie zur Senkung der Unterhaltskosten für Baudenkmäler. Als Wärmeerzeugungsysteme sind Wärmepumpen durch die Einsatzbedingungen im Niedertemperaturbereich besonders gut geeignet.